Manchmal braucht es einen kleinen Anstoß, um Entwicklungen zu reflektieren. Am 25. März haben wir eine langjährige Kollegin in den Ruhestand verabschiedet: Marion Jack, Praxismanagerin des Gesundheitszentrums Brandenburg. Glücklicherweise haben wir mit Julia Sack eine Nachfolgerin im eigenen Haus gewinnen können. Das zeigt, wie wichtig Aus- und Weiterbildung sowie Personalgewinnung sind.
Vor zehn Jahren hatte das GZB weniger als 200 Beschäftigte. Heute sind es 270. Wir haben 39 Arztsitze in 16 Fachrichtungen. Mir ist bewusst, dass wir im Vergleich zu einem MVZ in der Prignitz mit unserem Standort recht komfortable Bedingungen haben: das Uniklinikum, die Medizinische Hochschule und natürlich auch die Medizinische Schule, deren Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft zu uns entsteht. Aber wir tun auch viel dafür, um diese Vorzüge zur Geltung zu bringen. Wir bilden Medizinische Fachangestellte und Medizinische Technologinnen und Technologen für Laboratoriumsanalytik aus. Wir bieten für Studierende der MHB Praxistage und Famulaturen an. Sie können hier einen Teil ihres Praktischen Jahres absolvieren. Zusammen mit dem Uniklinikum decken wir hier die komplette hausärztliche Weiterbildung ab.
Es gibt für mich nichts Schöneres als den Wunsch einer jungen Kollegin oder eines Kollegen, in eine Praxis auf dem Land zu gehen. Und ich habe Verständnis, wenn jemand sagt: Aber ich möchte bitte nicht für alles zuständig und verantwortlich sein. Da helfen wir – das GZB. Die Ärzte sind bei uns angestellt. Sie bekommen Hilfe beim Organisatorischen, bei der Abrechnung, bei der IT, beim Personal. Im Gegenzug erwarten wir, dass sie die Praxis so führen, als wäre es ihre eigene.
Das Konstrukt GZB funktioniert seit 21 Jahren. Wir haben beim Personal eine geringe Fluktuation, wir sind organisch gewachsen und haben in den vergangenen zehn Jahren die Anzahl unserer Ärzte um ein Drittel gesteigert. Das macht uns zu einem wesentlichen Versorger in der Region mit Praxen an fünf Standorten in Brandenburg an der Havel, außerdem in Premnitz, Päwesin, Wollin, Ziesar, Golzow und Bad Belzig.
Dabei sehe ich schon die nächsten Herausforderungen auf uns zukommen: die Digitalisierung, der Einsatz von KI und auch das Delegieren. Damit meine ich, dass wir als Ärzte lernen müssen, Verantwortung an qualifizierte nicht-akademische Fachkräfte abzugeben. Das müssen wir auch zulassen.