Ein durchschnittlicher Mensch geht, sofern er 80 Jahre alt wird und täglich zwischen 5000 und 7000 Schritte macht, in seinem Leben etwa 120.000 Kilometer. Also dreimal rund um den Erdball. Kein Wunder, dass irgendwann die Füße wehtun. „Aber sie sind so oft verpackt“, sagt die Podologin Susanne Schneider, „in Socken und Schuhen“. Und deswegen würde oft vergessen, sie zu pflegen. „Man bemerkt sie eigentlich nur, wenn sie nicht mehr richtig funktionieren. Dabei braucht man sie das ganze Leben. Nur zweimal täglich eincremen und ab und zu ein Fußbad“, empfiehlt sie, „und schon würde es deutlich weniger Fußprobleme geben“.
Wenn es die aber gibt, ist sie da und kann helfen. Susanne Schneider arbeitet in der Praxis für Podologie des GZB in der Hochstraße. Ihren Beruf übt die Brandenburgerin seit knapp 14 Jahren aus. „Eigentlich habe ich Bürokauffrau gelernt, bin aber in diesem Job nicht glücklich geworden.“ Ihr wurde angeboten, umzuschulen – auf Podologin. „Ich hab’s gemacht. Mich mit Freuden noch einmal auf die Schulbank gesetzt. Und dann hier angefangen“, sagt Susanne Schneider. Zwischendurch war sie ein paar Jahre im Ärztinnenzentrum an der Kanalstraße, ist aber seit Januar wieder in der Hochstraße im Haus 6.
Podologin ist ein nichtärztlicher, aber medizinisch anerkannter Heil- oder Fachberuf und behandelt gesunde, von Schädigungen bedrohte oder bereits geschädigte Füße. „Ich mag es, Menschen helfen zu können, auch an den Füßen kreativ zu sein. Kranke Füße wieder gesund zu machen und dabei auch ein wenig für die Seele da zu sein. Eine tolle Sache.“ Das sei nicht immer einfach und kann sich über Jahre hinziehen, zum Beispiel, wenn es um Durchblutungsstörungen, Diabetiker- oder neuropathische Füße geht.