15. September 2025

Das besondere Jubiläum

Jutta Kissinger arbeitet seit 50 Jahren im Labor

Mit schnellen kleinen Schritten läuft Jutta Kissinger über den Flur des Labors. „Sag jetzt nicht, du arbeitest immer noch hier!“, ruft ihr jemand lachend zu. Die beiden begrüßen sich herzlich und Jutta Kissinger erklärt: „Das ist eine Kollegin von mir. Sie ist vor einiger Zeit in Rente gegangen.“ Die 67-jährige Jutta Kissinger ist eigentlich auch schon Rentnerin. Aber für zwei Tage in der Woche kommt die Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentin noch immer zu Arbeit. Am liebsten zum Spätdienst. „Ich steh nicht mehr so gern so früh auf“, meint sie schmunzelnd. Außerdem kommen gerade am Nachmittag sehr viele Proben aus den Praxen ins Labor des Uniklinikums. Da werde jede Hand gebraucht.

„Ich hab mir gesagt: Die 50 mach ich noch!“ Im September ist es so weit. Dann hat die gebürtige Brandenburgerin fünf Dienstjahrzehnte absolviert. Sie erinnert sich noch an ihre ersten Jahre im Labor des Klinikums, nachdem sie die Fachschule in Potsdam besucht hatte. „Das Labor war in einer Baracke vor Haus 8 untergebracht.“ Heute schwört die Laboratoriumsassistentin auf den „Cobas 8100“. Der Automat im Labor bereitet Proben für die Analyse auf. „Ich lerne immer noch jeden Tag etwas dazu“, sagt sie. Neue Technik, neue Abläufe. Aber eines bleibt – das Fachwissen: „Ich muss mit den Ergebnissen auch was anzufangen wissen.“ Befunde durchzugeben und der Kontakt mit den Kollegen – das ist für sie das Beste an ihrem Beruf. „Die 50 Jahre schaffen Sie nur, wenn der Beruf Spaß macht.“ Die 67-Jährige beteuert, dass sie noch immer gern zur Arbeit geht. Sie habe viele nette Kollegen. Außerdem werden im Labor auch immer Lehrlinge ausgebildet. Das findet sie besonders schön. Denn der Austausch mit dem Nachwuchs hält jung.

Sie selbst hat ihren Traumberuf eher durch Zufall gefunden. Die Schülerin Jutta Kissinger wusste nicht so recht, was sie werden sollte. Da bekam sie den Tipp: „Willste nicht mal ins Labor gucken?“ Das wurde für sie zur Liebe auf den ersten Blick. „Ich hab gleich gesagt, das ist meins.“

Bis Dezember wird sie noch arbeiten. Dann will sie aufhören. Die Arbeit werde ihr fehlen, sagt sie. Aber Langeweile wird wohl nicht aufkommen. Enkelkinder und ein großer Garten beanspruchen einiges an Zeit. „Und ich bin eine kleine Fernseheule“, meint Jutta Kissinger lachend.

Jetzt aber wird sie erst mal von „Cobas 8100“ gebraucht. Wenn Jutta Kissinger ihn mit immer neuem Material füttert, macht sie viele Meter: „16.000 Schritte in einer Schicht sind das schon.“ Sie kann einfach nicht stillstehen.

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