02. März 2026

Der Blick geht tiefer

Die Molekularpathologie ermöglicht vielen Patienten eine personalisierte Therapie.

Pathologen helfen mit ihren Analysen von Gewebeproben oder auch von Körperflüssigkeiten, die passende Therapie für Patienten zu finden. Wichtiges Arbeitsmittel ist dabei das Mikroskop. Doch es geht noch kleiner. Noch viel, viel kleiner. Dafür ist das Team der Molekularpathologie da, das der Biologe Dr. rer. nat. Florian Deisinger leitet. Gerade für Krebspatienten ist sein Team häufig im Einsatz. „Unter dem Mikroskop sieht das Gewebe von vielen Tumoren ähnlich aus. Aber auf der genetischen Ebene können sich die Tumoren deutlich unterscheiden“, erklärt Florian Deisinger.

Die Molekularpathologen sind genau diesen Unterschieden auf der Spur. „Wir können ganz viele Gene vom Anfang bis zum Ende auf winzige Veränderungen untersuchen“, so der Biologe. „Wenn die Mutationen analysiert sind, kann für den jeweiligen Patienten eine personalisierte Therapie entwickelt werden“, ergänzt der Chefarzt der Pathologie, Univ.-Prof. Dr. med. Thomas Kalinski. Solche Therapien steigern die Behandlungserfolge. Thomas Kalinski verweist zum Beispiel auf den Einsatz von PARP-Inhibitoren als Medikament bei Tumoren mit BRCA1/2-Mutationen. PARP ist ein Enzym, das die Krebszelle braucht, um eventuelle Schäden zu reparieren. Ein zielgerichtetes Krebsmedikament kann dieses Enzym blockieren und so die Krebszelle in die Knie zwingen.

Das Team der Molekularpathologie nutzt für seine Arbeit die Methode des Next-Generation Sequencing, mit dessen Hilfe zahlreiche DNA-Moleküle parallel analysiert werden können. Damit gewinnen die Pathologen Zeit – vor allem für die Patienten. Bei der Analyse fallen Florian Deisinger zufolge Datenmengen von Hunderten von Gigabyte an. Diese Rohdaten müssen dann die Experten auswerten. „Es ist wirklich superspannend! Wir bauen hier etwas auf“, schwärmt Florian Deisinger. „Wir können mit unserer Arbeit den Patienten helfen.“

Der Biologe kann sich noch ganz genau an seinen Start in der Molekularpathologie vor drei Jahren erinnern. Damals standen ihm zwei Medizinisch-technische Assistenten (MTA) zur Seite. Inzwischen hat sich das Team verdoppelt. Wie Chefarzt Thomas Kalinski erklärt, soll „das Methodenspektrum in der Pathologie noch erweitert werden – für eine präzise onkologische Therapie“.

 

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