15. Juli 2026
„Die Ehefrauen kriegen das hin“
In der urologischen Ambulanz läuft die Patientenaufklärung digital.
Fünf Tablets sind in der urologischen Ambulanz ständig im Patienten-Einsatz. Auf diesen Tablets gehen die Kolleginnen und Kollegen der Urologie mit den Patienten Schritt für Schritt die Fragen des „Aufklärungsbogens“ vor einem operativen Eingriff durch. Früher war das ein papiernes Formularmonster.
Jetzt werden die Angaben zum Patienten und zu seiner Krankengeschichte digital erfasst. Ein Fingertipp reicht, um zum Beispiel ein Kästchen im Formular anzukreuzen. „Ältere Menschen mit Sehbeeinträchtigung brauchen natürlich ein bisschen Hilfe“, erklärt Dr. med. Katharina Arndt, Fachärztin für Urologie und medikamentöse Tumortherapie. Aber auch da kann das Tablet seine Vorteile ausspielen: einfach zoomen, bis alles gut zu erkennen ist.
Seit dem vergangenen Jahr arbeitet die urologische Ambulanz mit der digitalen Lösung. „Wir haben uns schnell freigeschwommen“, sagt Katharina Arndt. Keine zwei Monate – und das neue System gehörte zum Alltag. Auch von den Patienten werde es gut angenommen. Das sind in der Urologie vor allem Männer. „Sie haben meist ihre Ehefrauen dabei – und die kriegen das hin“, sagt Katharina Arndt lächelnd. „Der digitale Aufklärungsbogen ersetzt aber nicht das Arztgespräch“, betont die Urologin. In dem werden die Patienten auf den Eingriff vorbereitet, über Risiken informiert und bekommen Antworten auf ihre Fragen. Allerdings kann das Digitale auch hier helfen: „Wir können auf dem Tablet Abbildungen von Organen aufrufen und mit dem elektronischen Stift einzeichnen, was genau wir bei einer Operation machen.“ Das ist für die Patienten sehr anschaulich.
Und wenn sie trotzdem gern etwas Gedrucktes in der Hand haben wollen: Auf Wunsch wird für sie das digital Ausgefüllte auch ausgedruckt.