22. Dezember 2025
Endlich Ausschlafen
Betriebsärztin Ute Wolf ist in den Ruhestand gegangen.
Wer schon mal einen Termin morgens um 7 Uhr beim Arbeitsmedizinischen Dienst hatte, weiß: Das ist nicht die Zeit von Ute Wolf. Dennoch war sie als Betriebsärztin immer ansprechbar für die großen und kleinen Sorgen, die Probleme der Mitarbeiter. Das wird sie auch am meisten vermissen: „Die Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“ Und natürlich ihre Kolleginnen. Am 30. Oktober wurde Ute Wolf in den Ruhestand verabschiedet.
Vor genau 20 Jahren machte die studierte Medizinerin und Gesundheitswissenschaftlerin ihre Zusatzausbildung zur Betriebsärztin. Diese Karriereentscheidung „war dem Zufall geschuldet“, erzählt sie. Damals sei der arbeitsmedizinische Dienst im Städtischen Klinikum noch von einem externen Dienstleister angeboten worden. Mit Ute Wolf erhielt das Klinikum wieder eine fest angestellte Betriebsärztin. Kurze Zeit darauf qualifizierte sie sich auch zur Fachärztin für Arbeitsmedizin.
Ute Wolf stammt aus Unterfranken, hat in Marburg Medizin studiert und arbeitete in Kassel sowie an der Berliner Charité, bevor sie in die Havelstadt kam. In den zwei Brandenburger Dienstjahrzehnten hat ihr ein Motto sehr geholfen: „Es gibt keine schwierigen Mitarbeiter, sondern nur Mitarbeiter mit Schwierigkeiten.“ Wer diesen Satz verinnerlicht, könne sich auf die Schwierigkeiten und Lösungsansätze konzentrieren, erklärt die 63-Jährige. Sie übergibt den Staffelstab an Dr. Christina Lipke, die kurz vor der Facharztprüfung steht. Die Ruheständlerin Ute Wolf wird sich künftig noch mehr Zeit nehmen für ihr Engagement gegen Extremismus, gegen Klimawandel und für Fairen Handel. Sie ist zum Beispiel Vorsitzende des Vereins für „Fairen Handel in Brandenburg an der Havel“. Und noch etwas hat sie sich fest vorgenommen: „Nicht mehr um 6.30 Uhr aufstehen.“