05. Januar 2026
Fünf Klicks – alle wissen Bescheid
Das Team des Patiententransports arbeitet mit neuer Software.
Mit dem „Endgerät“ fängt alles an. Ein kurzes Signal vom Gerät, das etwas größer als ein Smartphone ist, und Martin Lang weiß Bescheid: Auf Station 3.2 B wartet ein Patient darauf, in die Kardiologie gebracht zu werden. Das neue Patiententransport-System hat den Auftrag an Martin Lang geschickt. Ein Klick von ihm und er hat dem Auftrag zugestimmt.
Martin Lang ist der Teamleiter des Patiententransports. Seit Oktober arbeitet sein 30-köpfiges Team mit neuen Geräten, neuer Software und neuen Erfolgserlebnissen. OrgaCard ist der Anbieter der Software, die Patiententransporte automatisch erfasst und Aufträge auslöst. Die Software ist mit dem Kliniksystem Medico verbunden. Dadurch können die Pflegekräfte auf den einzelnen Stationen ganz einfach einen Transport bestellen: Patienten anklicken, Transport über OrgaCard anmelden. „Das System sucht automatisch, welcher Transporteur in der Nähe und gerade frei ist“, erklärt KSC-Betriebsleiter Christian Sommerlatte. Selbst ein Fairnessparameter ist eingebaut: Wenn jemand schon recht viele Transporte erledigt hat, während ein anderer Kollege über einen gewissen Zeitraum keinen Transport hatte – dann wird Letzterer angefunkt. Auch wenn er vielleicht einen etwas längeren Weg hat.
Früher liefen die Aufträge per Telefon bei Martin Lang ein. In Stoßzeiten war sein Telefon dauerbesetzt – zum Ärger der Anrufer und zum eigenen Leidwesen. „Das Klingeln hören Sie auch noch zu Hause“, erzählt er. An dem Tag, als OrgaCard eingeführt wurde, sei er gleich noch etwas schneller zur Arbeit gefahren: „Ich habe mich so drauf gefreut!“ Heute organisiert er die Dienstpläne seines Teams und übernimmt Patiententransporte. Fünf Klicks braucht es pro Transport, um den digitalen Dispatcher auf dem Laufenden zu halten: Auftragsannahme – Ankunft beim Patienten – Losfahren mit dem Patienten – Ankunft am Ziel – Patient wurde übergeben. Fertig. Frei für einen neuen Auftrag.
Abteilungen, die auf einen Patienten warten, können im System sehen, wann er eintrifft. Fast auf die Minute genau. Dafür wurde der digitale Dispatcher in den vergangenen Monaten mit vielen Daten gefüttert: mit Lageplänen des Uniklinikums, Entfernungen, mit Infos zu jedem einzelnen Zimmer auf jeder einzelnen Station und zu den Funktionsabteilungen. So kann die Software Transportzeiten berechnen. Es war eine aufwendige Vorbereitung, wie Christian Sommerlatte und Martin Lang berichten. Die Projektarbeit lag vor allem bei Antje Riemer von der EDV-Abteilung und Christian Sommerlatte. Aber sie zahlt sich offensichtlich aus. Vom Dispatcher der Funktionsdiagnostik habe Martin Lang erfahren, dass sich jetzt deutlich weniger Patientenbetten beim Röntgen oder CT stauen. Die Abteilungen müssen nicht mehr „auf Vorrat“ die Patienten einbestellen, damit die Arbeit ununterbrochen läuft. Jetzt wissen sie, wann jemand kommt.
Martin Lang macht sich mit seinem Patienten auf den Weg. Kurze Info ans System. Alle wissen Bescheid.