11. März 2026

„Ich hab das in den Genen“

Krankenschwester Doreen Meyer hat 35-jähriges Betriebsjubiläum.

Hinter ihr liegen gerade zwei „richtig harte Wochenenden“, erzählt sie. Viel zu tun, kaum Zeit zum Luftholen. „Aber mit den richtigen Kollegen an der Seite läuft das einfach und die Arbeit macht total viel Spaß“, sagt Doreen Meyer. Die gelernte Krankenschwester ist seit 35 Jahren im Klinikum im Dienst. Sie hat in der Dialyse gearbeitet, in der Kardiologie, war viele Jahre lang Stationsleitung in der Inneren und arbeitet jetzt in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Sie hatte sich bewusst entschieden, etwas kürzer zu treten und die Stationsleitung aufzugeben. Nun ist Schwester Doreen auf der Station 3.2 A „mit Herz und Seele dabei“.

Ein bisschen rumzualbern und jedem Patienten ein Lächeln abzugewinnen – das gehört bei Schwester Doreen einfach dazu. Ebenso wie die direkte Ankündigung: „Ich sage, was ich denke – nehmen Sie’s nicht persönlich.“ Es gibt aber auch die leisen Töne. Als Doreen Meyer aus einem Patientenzimmer bitterliches Weinen hörte, ging sie rein und tröstete. Bei der Patientin stand eine weitere OP an. Die Angst war groß. „Heulen Sie ruhig, lassen Sie alles raus!“, ermunterte Doreen Meyer. Sie blieb am Bett sitzen und hielt die Hand der Patientin. Krankenschwester ist IHR Beruf: „Ich hab das in den Genen.“

Mit dem Klinikum ist die 59-Jährige schon sehr viel länger als dreieinhalb Jahrzehnte verbunden. Ihre Mutter hat in der Röntgenabteilung gearbeitet. Als Kind war Doreen Meyer häufiger dort und hat im Bereitschaftsraum auf ihre Mutter gewartet. In den 80er Jahren hat Doreen Meyer ihre Ausbildung zur Krankenschwester am Städtischen Klinikum gemacht. Später ging sie für kurze Zeit nach Sachsen und kam 1991 wieder zurück in die Havelstadt, ins Klinikum. Seitdem sind viele Weiterbildungen dazugekommen – zur Krankenschwester für Nephrologie, zur Pain Nurse, zur Fachkraft für Stomapflege und natürlich die Qualifikation für die Stationsleitung. Ohne die Unterstützung ihrer Familie wäre das alles nicht möglich gewesen. Dafür sei sie sehr dankbar, sagt Doreen Meyer, die zudem als ehrenamtliche Richterin beim Arbeitsgericht Brandenburg an der Havel tätig ist.

Für Entspannung sorgt ein Ritual der Familie: Mit ihrem Mann geht es einmal pro Jahr – meist im November – richtig weit weg ins Warme. Beide lieben das Schnorcheln im Meer. Und in diesem Jahr, zum 60. Geburtstag von Doreen Meyer, gibt es bestimmt eine besonders schöne Reise.

Im Beruf wünscht sich die Krankenschwester, „dass die jungen Kollegen uns ältere ein bisschen ‚tragen‘ – uns bei schweren Arbeiten unterstützen“. So wie sie es auch gemacht hat, als sie von der „alten Garde“ gelernt hat. „Es ist im Leben immer ein Geben und Nehmen“, sagt sie.

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