07. Januar 2026
„Seifenblasen gehen immer“
Tanja Zindler ist die einzige Kinderphysiotherapeutin am Uniklinikum.
Jemanden wie Tanja Zindler hat nicht jedes Krankenhaus. Die 39-Jährige ist gelernte Physiotherapeutin und hat sich auf die Behandlung von Kindern spezialisiert. Dass die Kinder von Anfang an physiotherapeutisch behandelt werden, sei längst nicht in allen Kliniken gang und gäbe, erzählt die gebürtige Brandenburgerin. „Von Anfang an“ bedeutet, dass sich Tanja Zindler auch schon um Neugeborene und Frühchen kümmert, die zum Beispiel Fußfehlstellungen aufweisen, Probleme mit der Atmung oder mit dem Schlucken haben. Manche kleinen Patienten brauchen Hilfe, um ihre Motorik zu verbessern. „Gerade Frühchen müssen was aufholen“, sagt Tanja Zindler. Sie ist die einzige Kinderphysiotherapeutin am Uniklinikum. Sie begleitet auch die neuropädiatrische Sprechstunde von Oberarzt Mathias Müller sowie die rheumatologische Sprechstunde von Chefarzt Dr. med. Hans Kössel.
Sie kann mit einer sachten Kolonmassage Kindern helfen, die Probleme mit dem Darm haben. Wenn sie die Hand an der richtigen Stelle, am richtigen Punkt auflegt, kann sie die Atmung der Kleinen lenken und unterstützen. Tanja Zindler hat unter anderem eine osteopathische Weiterbildung für die Therapie von Kopfschmerzen und Migräne bei Kindern und Jugendlichen gemacht sowie in der Vojta-Therapie für Kinder. Bei dieser Therapie „stimuliere ich bestimmte Reflexpunkte, um Muskelbewegungen auszulösen“. Gerade bei den ganz kleinen Patienten sind oft die Eltern bei der Therapie dabei. So können sie sehen, dass es ihrem Kind gut geht und dass es nach ein paar Behandlungen Fortschritte macht.
Tanja Zindler betreut die Kleinen auf der Kinder-Intensivstation und auf der Kinderstation. Sie arbeitet sehr gern mit Kindern zusammen. „Sie sind ein bisschen lustiger als die Erwachsenen“, erzählt sie schmunzelnd. „Sie sind auch anders dankbar. Schimpfen weniger und machen die Übungen gut mit.“ Und wenn es mit der Mitarbeit nicht klappen will, hat die Therapeutin ein Geheimrezept: „Seifenblasen gehen immer!“ Die hat sie stets dabei. Genauso wie einen Behandlungsplan, den sie bei Bedarf aber auch sehr schnell anpassen kann. Wenn Jugendliche mal nicht gut drauf sind, startet Tanja Zindler, die Mutter von zwei Kindern ist, eben erst mal mit Entspannungsübungen. Manche Kinder, die sie auf Station betreut hat, kommen weiterhin als ambulante Patienten zu ihr. Einige kommen sogar aus einem anderen Bundesland. „Die Kinder erkennen mich.“ Auch das macht den Beruf von Tanja Zindler so besonders.