08. August 2025

Wie wirkt eigentlich Sonnencreme?

Was ich schon immer wissen wollte, aber mich nicht zu frage traute …  

Persönlich stehe ich mit dem Thema Sonnencreme ein wenig auf dem Kriegsfuß. Nicht, dass ich mich nicht eincremen würde. Aber ich vergesse gelegentlich die eine oder andere Hautpartie. Schmerzhafte rote Streifen erinnern mich dann daran, mal am Nacken, mal am Oberarm oder Bein. Einen sehr unangenehmen Sonnenbrand hatte ich vor Jahren nach einer Wanderung im Hochgebirge, und zwar vor allem unter dem Kinn, durch die Reflexion auf Gletscherflächen.

In der Familie schauen mich in solchen Fällen alle mitleidig an und verkneifen sich die Frage, ob ich nicht wüsste, wie gefährlich der Sonnenbrand ist. Natürlich weiß ich das. Die Dermatitis solaris entsteht durch die energiereiche UV-Strahlung der Sonne. Zunächst werden Zellen der äußeren Hautschicht, der Epidermis, zerstört. Aber auch in der darunterliegenden Dermis kann es zu einer Entzündungsreaktion kommen. Die typischen Symptome Wärme, Rötung und Druckempfindlichkeit entstehen durch Botenstoffe, die bei diesen Vorgängen frei werden. Die Haut regeneriert sich, aber wiederholte Sonnenbrände führen zu vorzeitiger Alterung und zu Schädigungen, die Ursache für Hautkrebs sein können.

Schutz ist also wichtig. Sonnencreme enthält Substanzen, die gegen die gefährliche ultraviolette Strahlung helfen. Das bedeutet nicht, dass man sich damit unbedenklich in die Sonne legen kann. Aber das Eincremen verlängert die Zeitspanne, bis die Haut eine Rötung entwickelt. Vorausgesetzt, die Creme wird früh genug und in ausreichender Menge aufgetragen. Die Schutzwirkung entsteht durch sogenannte UV-Filter, die in den Cremes enthalten sind. Unterschieden wird dabei zwischen chemischen und mineralischen UV-Filtern. Chemische Filter enthalten absorbierende Moleküle, die Strahlung aufnehmen, umwandeln und in Form von Wärme wieder abführen. Die mineralischen Sonnencremes arbeiten mit weißen Pigmenten, die wie kleine Spiegel das Sonnenlicht reflektieren.

Allerdings: Manche chemischen Filter, etwa Octocrylen, stehen in Verdacht, Krebs auslösen zu können, hormonell wirksam zu sein und die Umwelt zu schädigen, wenn sie etwa ins Wasser gelangen. Auch der mineralische Filter Titandioxid ist umstritten, weil er möglicherweise das Erbgut schädigt, vor allem wenn er in Form von Nanopartikeln enthalten ist. Es gibt aber auch Cremes, die als unbedenklich gelten können, und das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht insgesamt keine Gefahr für eine Gesundheitsbeeinträchtigung durch die UV-Filter. Das ist gut, denn ein Verzicht auf Sonnenschutz kommt natürlich nicht infrage. Ich lese deshalb vor dem Kauf immer gründlich die Liste der Inhaltsstoffe und informiere mich in aktuellen Testberichten.

Zusätzlich setze ich auf andere Formen des Sonnenschutzes. Im Garten trage ich Sonnenhut und lange dünne Hemden. Und die Mittagshitze verbringe ich im Schatten. Gehe ich dann doch in die Sonne, kommt die Creme zum Einsatz – und ich bemühe mich, dann wirklich an alle relevanten Stellen zu denken.

Ihr Dr. Nikki Ulm

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