Grundstein für Neubau der Medizinischen Schule des Uniklinikums Brandenburg gelegt

Moderne Ausbildungsbedingungen für mehr als 300 Auszubildende geschaffen

Unser Neubau der Medizinischen Schule des Universitätsklinikums Brandenburg an der Havel hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Gemeinsam mit Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke, Oberbürgermeister Daniel Keip sowie Vertretern der Projektbeteiligten und unseres Universitätsklinikums legte unsere Geschäftsführerin Gabriele Wolter den Grundstein für den neuen Bildungsstandort am Hauptbahnhof. Künftig können dort mehr als 300 Auszubildende gleichzeitig theoretisch unterrichtet werden – mehr als doppelt so viele wie noch vor rund zehn Jahren. Minister Wilke überreichte zugleich den Fördermittelbescheid des Landes über gut 14,4 Millionen Euro.

„Eine Grundsteinlegung ist traditionell ein besonderer Moment: Aus Plänen und Entwürfen wird sichtbar etwas Neues. Und wir legen heute nicht nur den Grundstein für ein Gebäude. Wir schaffen einen Ort, an dem künftig junge Menschen lernen, sich entwickeln und auf verantwortungsvolle Aufgaben im Gesundheitswesen vorbereiten können“, sagte Gabriele Wolter. „Für uns als Universitätsklinikum ist das weit mehr als ein Bauvorhaben. Wir investieren in Ausbildung, in Fachkräfte und damit unmittelbar in die zukünftige Gesundheitsversorgung unserer Region.“

Die Planungen für unsere neue Medizinische Schule reichen bis ins Jahr 2019 zurück. Der Bauantrag wurde im Dezember 2023 eingereicht, die Baugenehmigung im Juli 2024 erteilt. Die Baukosten belaufen sich auf rund 20,4 Millionen Euro. Gut 14,4 Millionen Euro werden über Fördermittel finanziert, jeweils zur Hälfte aus Bundesmitteln des Krankenhausstrukturfonds II und aus Landesmitteln. Die restlichen 7 Millionen kommen vom Verein Neurologisches Rehabilitations-Zentrum für Kinder und Jugendliche Brandenburg e.V. – eine Spende.

„Gut ausgebildete Fachkräfte sind die Grundlage einer verlässlichen Gesundheitsversorgung. Ohne sie gibt es keine moderne Medizin und keine menschliche Pflege. Mit der neuen Medizinischen Schule schaffen wir Raum für mehr Auszubildende, moderne Lernbedingungen und damit neue Perspektiven für junge Menschen und die gesamte Region. Die Förderung der neuen Medizinischen Schule ist daher mehr als nur eine Investition vor Ort. Sie ist eine Investition in die Menschen, die unser Gesundheitswesen tragen – und damit auch in die Zukunft unserer Gesundheitsversorgung“, spannte Gesundheitsminister Wilke den Bogen von guten Ausbildungsbedingungen vor Ort über die Gewinnung dringend benötigter Fachkräfte bis hin zur langfristigen Sicherung der Gesundheitsversorgung im Land.

Oberbürgermeister Daniel Keip, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender unseres Universitätsklinikums, würdigte bei der Grundsteinlegung insbesondere die Bedeutung des neuen Bildungsstandortes für die Stadt: „Es geht voran in Brandenburg an der Havel. Da wo heute noch 150 Schülerinnen und Schüler in der Stadt verteilt lernen, werden zukünftig am Hauptbahnhof 300 medizinische Schülerinnen und Schüler ausgebildet - Fachkräfte, die wir im Pflegebereich unbedingt brauchen. Das ist ein wichtiges Signal für die Stadt: Es zeigt, wie wichtig medizinische Versorgung in Brandenburg an der Havel ist und welche Rolle unsere Stadt auch für die Versorgung der gesamten Region einnimmt.“

Mit unserem Neubau reagieren wir auch auf die kontinuierliche Erweiterung unserer Ausbildungskapazitäten. Vor rund zehn Jahren konnten etwa 150 Auszubildende gleichzeitig theoretisch unterrichtet werden. In unserer neuen Medizinischen Schule werden es künftig mehr als 300 sein: Dabei geht es nicht allein um zusätzliche Unterrichtsräume. Unsere Schule erhält bessere räumliche Voraussetzungen für unterschiedliche Lernformen und eine stärkere Verbindung von theoretischem Wissen und praktischem Handeln. Neben dem Unterricht in größeren und kleineren Gruppen gehören dazu Möglichkeiten für selbstständiges Lernen und individuelle Lernberatung sowie Skills-Training und Simulation: Unsere Auszubildenden können dabei pflegerische Situationen zunächst theoretisch erarbeiten und anschließend praktisch trainieren. In Simulationen lernen sie, Situationen einzuschätzen, Prioritäten zu setzen, mit Patienten zu kommunizieren, Entscheidungen zu treffen und das eigene Handeln anschließend zu reflektieren. Auch die neue Pflegefachassistenzausbildung soll künftig Bestandteil der Weiterentwicklung unseres Ausbildungsangebotes sein.

„Unser Schulkonzept bedeutet nicht einfach Unterricht in einem neuen Gebäude. Es bedeutet, Ausbildung anders gestalten zu können“, sagte Bianca Düring-Bölke, Leiterin unserer Medizinischen Schule. „Unser Anspruch ist, dass Auszubildende Zusammenhänge erkennen und begründete Entscheidungen treffen können. Die neuen Räume geben uns die Möglichkeit, unterschiedliche Lernformen stärker miteinander zu verbinden und die Auszubildenden gezielter in ihrer Kompetenzentwicklung zu unterstützen.“

Mit seiner unmittelbaren Lage am Hauptbahnhof entsteht zugleich ein gut erreichbarer Bildungsstandort für Auszubildende aus Brandenburg an der Havel und der Region. Auch baulich hat unser Projekt beachtliche Dimensionen. Gut 1405 Kubikmeter Beton wurden für die einen Meter starke Bodenplatte verbaut – eine Menge, für die rund 180 Betonmischer benötigt wurden. Hinzu kommen 163 Tonnen Bewehrungsstahl – größtenteils Stabstahl: Zu einer einzigen Stange aneinandergereiht, wäre diese mindestens 70 Kilometern lang. Die unmittelbare Nähe zum Hauptbahnhof, der Straßenbahn und der Bundesstraße stellt besondere technische Anforderungen an unseren Neubau: Rund 1.375 Quadratmeter spezielle, 7,5 Zentimeter starke Bodenmatten dienen dem Erschütterungsschutz. Zu den größten Gewerken gehören die Rohbauarbeiten mit rund 3,25 Millionen Euro, die Keramikfassade mit rund 2,29 Millionen Euro sowie Lüftungsinstallation und Anlagenautomation mit rund 1,44 Millionen Euro.

Dass hinter diesen Zahlen letztlich ein Ort für Menschen entsteht, brachte bei unserer Grundsteinlegung der Richtspruch des Rohbauers auf den Punkt: „Wo heute Beton und Steine stehen, werden morgen Menschen lernen, Leben zu retten und Gesundheit zu bewahren.“ Mit dem traditionellen Wunsch nach einer unfallfreien weiteren Bauzeit und einem guten Gelingen endete unsere Grundsteinlegung.