Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie & -urologie

Angeborene Zwerchfellhernie – wenn Organe in den Brustkorb wandern

Die angeborene Zwerchfellhernie ist eine seltene, aber schwere Fehlbildung. Dabei entsteht in der frühen Schwangerschaft eine Lücke im Zwerchfell, durch die sich Organe aus dem Bauchraum – wie Magen, Darm oder Leber – in den Brustkorb verlagern. Diese Verlagerung kann die Entwicklung der Lunge stark beeinträchtigen.

Ursachen und Häufigkeit

Die Zwerchfellhernie tritt bei etwa 1 von 2.000 bis 5.000 Geburten auf. In den meisten Fällen liegt die Lücke auf der linken Seite. Die Ursache ist eine fehlerhafte Entwicklung des Zwerchfells im Mutterleib. Oft tritt die Hernie isoliert auf, manchmal ist sie Teil eines genetischen Syndroms oder mit weiteren Fehlbildungen verbunden – etwa am Herzen oder Gehirn.

Symptome und Folgen

Schon vor der Geburt kann die Hernie im Ultraschall sichtbar sein. Die betroffene Lunge bleibt meist kleiner als normal – man spricht von einer Lungenunterentwicklung (Lungenhypoplasie). Gleichzeitig kann sich ein zu hoher Blutdruck in der Lunge (pulmonale Hypertonie) entwickeln. Beides führt dazu, dass viele Babys direkt nach der Geburt schwere Atemprobleme bekommen.

Typische Anzeichen nach der Geburt sind:

  • Atemnot und bläuliche Hautverfärbung (Zyanose)
  • Auffällige Brust- und Bauchform
  • Fehlende Atemgeräusche auf einer Brustseite
  • Verlagerte Herztöne

Diagnose vor und nach der Geburt

Dank moderner Ultraschalltechnik kann die Zwerchfellhernie oft schon ab der 18. Schwangerschaftswoche erkannt werden. Wichtige Hinweise sind verlagertes Darmgewebe in den Brustkorb und ein kleiner, schwach entwickelter linker Herzmuskel. Auch ein MRT kann zur genaueren Einschätzung der Lungenentwicklung genutzt werden. Nach der Geburt sichern bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall die Diagnose.

Behandlung und Operation

Die Geburt sollte in einem spezialisierten Zentrum erfolgen, das auf schwerkranke Neugeborene vorbereitet ist. Zunächst wird das Kind stabilisiert, oft sind Sauerstoffgabe, künstliche Beatmung oder sogar eine spezielle Herz-Lungen-Maschine (ECMO) nötig. Danach wird in einer Operation die Zwerchfelllücke verschlossen und die Organe zurück in den Bauchraum gebracht. Manchmal ist dafür ein Kunststoffnetz oder ein sogenannter Patch notwendig.

Langzeitbetreuung und Prognose

Dank frühzeitiger Diagnose und spezialisierter Behandlung haben sich die Überlebenschancen in den letzten Jahren verbessert. Trotzdem bleibt die Prognose bei ausgeprägten Formen mit starker Lungenunterentwicklung ernst. Nach der Operation ist eine enge Nachsorge wichtig, um Gedeihstörungen, Atemprobleme oder andere Spätfolgen rechtzeitig zu erkennen. Die meisten Kinder werden über mehrere Jahre kinderärztlich und kinderchirurgisch begleitet.

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Ihr nächster Schritt:

Wurde bei Ihrem Kind eine angeborene Zwerchfellhernie festgestellt, ist eine gute Planung entscheidend. Die Geburt sollte in einem erfahrenen Zentrum stattfinden, das auf die Versorgung schwerkranker Neugeborener spezialisiert ist. Lassen Sie sich gerne bei uns beraten – gemeinsam können wir das bestmögliche Vorgehen für Ihr Kind planen.