Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie & -urologie

Duodenalatresie beim Neugeborenen

Die Duodenalatresie ist eine angeborene Fehlbildung des Zwölffingerdarms (Duodenum), bei der ein Teil des Darms verschlossen ist. Dadurch kann die aufgenommene Nahrung nicht weitertransportiert werden. Die Erkrankung wird oft schon vor der Geburt im Ultraschall erkannt und muss nach der Geburt chirurgisch behandelt werden. Die Aussichten nach der Operation sind in der Regel gut.

Was passiert bei einer Duodenalatresie?

Bei einer Duodenalatresie ist der Zwölffingerdarm – das erste Stück des Dünndarms direkt hinter dem Magen – unterbrochen oder stark verengt. Dadurch staut sich der Nahrungsbrei im Magen und kann nicht weiter in den Darm gelangen. Neben der echten Atresie (kompletter Verschluss) gibt es auch engere Formen wie eine Duodenalstenose, sowie andere Ursachen wie ein Pancreas anulare oder eine Malrotation, die ähnliche Beschwerden auslösen können.

Wie wird die Erkrankung erkannt?

Schon in der Schwangerschaft kann der Frauenarzt beim Ultraschall zwei mit Flüssigkeit gefüllte Blasen im Bauch des Babys sehen – den Magen und den Beginn des Zwölffingerdarms. Dies nennt man das „Double-bubble-Phänomen“. Nach der Geburt zeigt sich die Duodenalatresie durch frühzeitiges Erbrechen, oft schon vor der ersten Fütterung. Ist der Verschluss hinter dem Abgang der Gallenflüssigkeit, enthält das Erbrochene oft Galle. Der Bauch wirkt dabei meist eingefallen.

Wie wird eine Duodenalatresie behandelt?

Zunächst wird das Baby über eine Magensonde entlastet, um die angesammelten Flüssigkeiten aus dem Magen abzusaugen. Gleichzeitig erhält es über eine Infusion Flüssigkeit und Elektrolyte. Sobald das Kind stabil ist, erfolgt die Operation. Dabei wird eine Verbindung zwischen dem Magen-Darm-Abschnitt vor und nach der Engstelle geschaffen. Dieses Verfahren nennt man Duodenoduodenostomie oder Duodenojejunostomie.

Was passiert nach der Operation?

In den ersten Tagen nach der Operation kann es sein, dass sich der Darm noch nicht richtig bewegt – man spricht von einer Motilitätsstörung. In dieser Zeit wird das Kind weiterhin über eine Sonde ernährt. Erst wenn der Darm wieder normal arbeitet, beginnt man mit dem vorsichtigen Nahrungsaufbau. Meist kann das Baby innerhalb weniger Wochen normal trinken und zunehmen.

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Ihr nächster Schritt:

Wenn bei Ihrem Kind eine Duodenalatresie festgestellt wurde – entweder vor oder nach der Geburt – ist eine zeitnahe Vorstellung in einer kinderchirurgischen Klinik wichtig. Dort wird Ihr Kind rundum betreut: von der ersten Diagnostik bis zur Operation und Nachsorge – sicher und kompetent.