Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie & -urologie

Blutschwämmchen bei Kindern

Hämangiome, auch „Blutschwämmchen“ genannt, sind gutartige Gefäßtumoren, die vor allem im Säuglingsalter auftreten. Die meisten verschwinden von selbst – manche brauchen aber eine Behandlung, besonders wenn sie schnell wachsen oder sich an empfindlichen Stellen wie im Gesicht oder am Auge befinden.

Was ist ein Hämangiom?

Ein Hämangiom ist eine Wucherung von kleinen Blutgefäßen in der Haut oder im Körperinneren. Meist entwickelt es sich in den ersten Lebenswochen – nur etwa 10 % sind schon bei Geburt sichtbar. Das typische „Blutschwämmchen“ wächst in den ersten Monaten rasch, bleibt dann eine Zeit lang gleich groß und bildet sich später langsam wieder zurück – oft bis zum Schulalter.

Wie häufig sind Hämangiome und wo treten sie auf?

Etwa 2 % aller Neugeborenen entwickeln ein Hämangiom, bei Frühgeborenen sogar bis zu 15 %. Mädchen sind deutlich häufiger betroffen als Jungen. Rund zwei Drittel aller Hämangiome befinden sich im Gesicht oder am Hals, andere an Armen, Beinen oder am Rumpf. Manche Hämangiome wachsen im Körperinneren, zum Beispiel in der Leber oder in der Luftröhre – hier sind sie selten, aber potenziell gefährlich.

Müssen Hämangiome behandelt werden?

Nicht jedes Hämangiom muss behandelt werden. Viele verschwinden von selbst und hinterlassen keine Spuren. Eine Behandlung ist aber sinnvoll, wenn:

  • das Hämangiom schnell wächst oder sehr groß wird,
  • es sich an empfindlichen Stellen befindet (z. B. am Auge, Mund oder im Windelbereich),
  • die Haut geschädigt ist (z. B. durch Geschwüre),
  • eine Verformung oder psychische Belastung droht.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung richtet sich nach Größe, Lage und Wachstum des Hämangioms:

  • Beobachten („wait and see“)
    Bei kleinen, unauffälligen Hämangiomen wird oft abgewartet, da sie sich meist von selbst zurückbilden.
  • Medikamentöse Therapie mit Propranolol
    Eine Blutdruckmedikation (Betablocker), das das Wachstum von Hämangiomen stoppt und die Rückbildung fördert. Die Therapie erfolgt unter ärztlicher Aufsicht über mehrere Monate.
  • Laserbehandlung
    Besonders flache oder oberflächliche Hämangiome lassen sich gut mit Farbstofflasern oder Nd:YAG-Lasern behandeln. Die Behandlung kann das Rückbildungsstadium beschleunigen.
  • Kryotherapie (Kältebehandlung)
    Kleinere Hämangiome können durch gezieltes Vereisen zerstört werden – vor allem bei Frühgeborenen ist das eine gute Option.
  • Operation
    Nur selten notwendig, z. B. bei Hämangiomen am Augenlid (Sehbehinderung) oder im behaarten Kopfbereich (späterer Haarausfall durch Narben).

In manchen Fällen, z. B. bei Leberbeteiligung, kann auch eine Behandlung mit Kortison oder eine zusätzliche Blutdruckmedikation nötig sein.

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Ihr nächster Schritt

Wenn Sie bei Ihrem Kind ein auffälliges Hämangiom bemerken, sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder einem spezialisierten Kinderchirurgen. Viele Veränderungen sind harmlos – bei anderen ist eine gezielte Behandlung wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden. Gemeinsam finden wir die beste Therapie für Ihr Kind – behutsam, sicher und individuell.