Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie & -urologie

Harnleiterabgangsstenose bei Kindern

Die Ureteropelvine Junktionsobstruktion (UPJO), auch als Harnleiterabgangsstenose bezeichnet, ist eine Abflussstörung an der Verbindung zwischen Nierenbecken und Harnleiter. Dabei kann der Urin nicht ungehindert aus der Niere abfließen, was zu einer Aufweitung des Nierenbeckens führt – einer sogenannten Hydronephrose. Diese Erkrankung ist eine der häufigsten angeborenen Fehlbildungen der Harnwege und tritt bei etwa 1 von 1500 Kindern auf.

Wie entsteht eine UPJO?

Die Engstelle entsteht meist schon vor der Geburt, während sich die Niere entwickelt. Mögliche Ursachen sind eine Verdickung des Harnleiters, Blutgefäße, die auf den Harnleiter drücken, oder eine ungünstige Einmündung des Harnleiters in das Nierenbecken. Infolge dieser Blockade sammelt sich Urin in der Niere an, was den Druck erhöht und langfristig das Nierengewebe schädigen kann.

Welche Anzeichen gibt es?

Viele Harnleiterabgangsstenosen werden bereits vor der Geburt bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Nach der Geburt können Symptome wie eine tastbare Schwellung am Bauch, Harnwegsinfekte mit Fieber, Flankenschmerzen – besonders nach hoher Flüssigkeitsaufnahme –, Blut im Urin oder Nierensteine auftreten. Einige Kinder haben wechselnde Beschwerden mit Phasen ohne Symptome.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Ein Ultraschall ist die erste und wichtigste Untersuchung. Um die Funktion der betroffenen Niere und das Ausmaß der Abflussstörung genau zu beurteilen, sind weitere Untersuchungen nötig. Dazu gehören eine Nierenszintigrafie (z. B. MAG3 oder DTPA) und in manchen Fällen eine Kernspintomografie (MRT). Auch eine Miktionszysturethrographie (VCUG) kann helfen, andere Ursachen wie einen vesikoureteralen Reflux auszuschließen.

Wann ist eine Behandlung notwendig?

Oft heilt die Abflussstörung von selbst – vor allem im ersten Lebensjahr. Daher werden betroffene Kinder engmaschig mit Ultraschall und Szintigrafien überwacht. Wenn sich die Funktion der Niere verschlechtert oder der Urinabfluss dauerhaft gestört bleibt, ist eine Operation notwendig. Eine vollständige Heilung ist dann meist möglich.

Welche Operation hilft?

Die bewährte Methode ist die Pyeloplastik. Dabei wird der verengte Abschnitt entfernt und der Harnleiter neu an das Nierenbecken angeschlossen. Der Eingriff erfolgt meist über einen kleinen Hautschnitt oder minimal-invasiv. In der Regel wird eine dünne Schiene eingelegt, die den Urinabfluss sichert. Diese wird etwa fünf Wochen später in einer kurzen Narkose entfernt. Alternativ kann sie auch von außen abgeleitet werden. Die Erfolgsquote liegt bei etwa 95 %.

Was passiert nach der Operation?

Nach dem Eingriff kann der Harnleiter vorübergehend geschwollen sein, sodass der Urinfluss noch etwas eingeschränkt bleibt. Dies bessert sich mit der Heilung. Die Nachsorge umfasst regelmäßige Ultraschallkontrollen und manchmal eine erneute Szintigrafie. Auch wenn das Ultraschallbild über längere Zeit verändert bleibt, ist das kein Grund zur Sorge – entscheidend ist die Funktion der Niere.

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Ihr nächster Schritt

Wenn bei Ihrem Kind eine Harnleiterabgangsstenose oder Hydronephrose festgestellt wurde, empfehlen wir eine genaue Abklärung in einer kinderchirurgischen oder kinderurologischen Spezialambulanz. Dort kann entschieden werden, ob eine Beobachtung ausreicht oder eine Behandlung notwendig ist, um die Nierenfunktion dauerhaft zu sichern.