Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie & -urologie
Männliche Brustvergrößerung (Gynäkomastie)
Ihr Sohn hat eine vergrößerte Brust bemerkt – was bedeutet das? Die sogenannte Gynäkomastie ist in der Kindheit und Jugend keine Seltenheit und in den meisten Fällen harmlos. Trotzdem kann sie für betroffene Jungen belastend sein. Wir helfen Ihnen, die Ursachen zu verstehen und gemeinsam zu entscheiden, ob eine Behandlung notwendig ist.
Was ist eine Gynäkomastie?
Gynäkomastie bedeutet, dass sich das Brustgewebe bei Jungen oder Männern vermehrt hat. Es fühlt sich fest und drückend an und liegt meist unter der Brustwarze. Man unterscheidet zwischen echter Gynäkomastie (Vermehrung von Brustdrüsen- und Bindegewebe) und Pseudogynäkomastie (vermehrtes Fettgewebe ohne Drüsenwachstum, z. B. bei Übergewicht).
Symptome und mögliche Auswirkungen
Die Brustveränderung ist oft einseitig oder asymmetrisch, manchmal aber auch beidseitig. Sie kann empfindlich oder schmerzhaft sein. Viele Jungen empfinden sie als peinlich oder schämend, vor allem in der Pubertät. Das kann das Selbstbewusstsein stark beeinträchtigen.
Muss Gynäkomastie behandelt werden?
Nicht immer. Eine Behandlung ist sinnvoll, wenn:
- Schmerzen auftreten
- das Selbstwertgefühl des Kindes leidet
- das Brustwachstum länger als 1 Jahr bestehen bleibt
- eine krankhafte Ursache vermutet wird
Konservative Therapien
In der Regel beobachten wir die Entwicklung über einige Monate. Oft bildet sich die Brustvergrößerung von selbst zurück. Medikamente können in Einzelfällen eingesetzt werden, etwa bei starker Ausprägung oder hormonellen Störungen. Auch eine Gewichtsreduktion kann helfen, falls Übergewicht eine Rolle spielt.
Operative Behandlung
Eine Operation kommt in Frage, wenn das Brustwachstum lange bestehen bleibt oder das Kind psychisch stark belastet ist. Dabei wird das Drüsen- und/oder Fettgewebe entfernt, oft in Kombination mit einer Fettabsaugung. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und ist meist mit einem kurzen Krankenhausaufenthalt verbunden. Die Narben sind in der Regel unauffällig.
Nachsorge und Prognose
Nach der OP trägt das Kind für einige Wochen ein spezielles Kompressionshemd. Sportliche Aktivitäten sollten in den ersten 6–8 Wochen vermieden werden. Die Heilung verläuft in der Regel problemlos, die Zufriedenheit nach dem Eingriff ist hoch.
Hinweise für Eltern
Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über die Veränderung und nehmen Sie seine Sorgen ernst. Unterstützen Sie es in seinem Selbstwertgefühl. Unser kinderchirurgisches Team am UKB hat viel Erfahrung mit diesem sensiblen Thema und berät Sie gerne. Bei Fragen oder zur Terminvereinbarung erreichen Sie die Kinderchirurgie am UKB über unsere Spezialsprechstunde für Kinderchirurgie