Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie & -urologie
Milzzyste bei Kindern
Milzzysten bei Kindern sind selten. Sie entstehen meist durch eine Infektion oder ein Trauma, manchmal auch ohne erkennbare Ursache. In vielen Fällen verursachen sie keine Beschwerden. Wenn sich eine Zyste jedoch entzündet oder sehr groß wird, kann sie Schmerzen oder Fieber verursachen.
Was ist eine Milzzyste?
Eine Milzzyste ist ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum in der Milz. Es gibt verschiedene Formen:
- Einfach: angeboren oder ohne bekannte Ursache
- Infektiös: z. B. durch Parasiten wie den Hundebandwurm (Hydatidzyste)
- Tumorartig: z. B. Lymphangiome
Symptome und Diagnose
Die meisten Zysten bleiben unbemerkt. Wenn Beschwerden auftreten, sind dies meist:
- Bauchschmerzen (links oben)
- Fieber (bei Entzündung)
Diagnostik
- Ultraschall, ggf. CT oder MRT
- Blutuntersuchungen bei Verdacht auf Infektion
- Bei unklarer Ursache: histologische Untersuchung nach Entfernung
Muss eine Milzzyste behandelt werden?
Nicht immer. Eine Behandlung ist sinnvoll, wenn:
- die Zyste Beschwerden verursacht
- eine Infektion vermutet wird
- sie sehr groß ist
Behandlungsmöglichkeiten
- Beobachtung bei kleinen, symptomlosen Zysten
- Verkleinerung durch Verätzung (selten)
- Operation: Zystenentfernung oder teilweise Milzentfernung
- Komplette Milzentfernung (Splenektomie) nur, wenn notwendig (z. B. bei Komplikationen)
Besonderheiten bei Operationen an der Milz
Die Milz hilft bei der Abwehr bestimmter Infektionen. Wird sie entfernt, benötigen Kinder spezielle Impfungen vor der Operation (z. B. gegen Pneumokokken, Meningokokken, Haemophilus).
Nachsorge und Prognose
Die meisten Kinder erholen sich gut. Nach einer Splenektomie ist eine lebenslange Infektionsprophylaxe wichtig. In vielen Fällen kann aber milzerhaltend operiert werden.
Hinweise für Eltern
Ein näheres Gespräch mit der Kinderchirurgie klärt, ob und wie eine Behandlung notwendig ist. In unserer Spezialsprechstunde am UKB beraten wir Sie gerne individuell.