Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie & -urologie
Omphalozele – Nabelschnurbruch bei Neugeborenen
Eine Omphalozele – auch Exomphalos genannt – ist eine angeborene Fehlbildung der Bauchwand. Dabei liegen Teile der inneren Organe, zum Beispiel Darm oder Leber, außerhalb des Bauches und wölben sich in die Nabelschnur. Sie sind jedoch von einem dünnen Häutchen geschützt. Diese Erkrankung fällt meist direkt nach der Geburt oder schon in der Schwangerschaft bei einer Ultraschalluntersuchung auf.
Wie entsteht eine Omphalozele?
In der frühen Schwangerschaft entwickeln sich die Bauchorgane vorübergehend außerhalb des Körpers und wandern später zurück in den Bauchraum. Bei der Omphalozele bleibt dieser natürliche Rückbildungsschritt aus – das Häutchen um die Nabelschnur verschließt sich nicht vollständig. Dadurch entsteht ein Nabelschnurbruch.
Wer ist betroffen und wie wird es erkannt?
Jungen sind etwas häufiger betroffen als Mädchen. Eine Omphalozele tritt oft zusammen mit anderen Fehlbildungen auf, zum Beispiel am Herzen oder im Magen-Darm-Trakt. Auch genetische Besonderheiten wie Trisomie 13 oder 18 können beteiligt sein. Schon während der Schwangerschaft lässt sich die Erkrankung meist per Ultraschall feststellen. Nach der Geburt ist sie sofort sichtbar – ein sogenannter „Bruchsack“ wölbt sich im Bereich des Nabels nach außen.
Welche Risiken und Komplikationen gibt es?
Der Bruchsack kann reißen, was das Risiko für eine Infektion stark erhöht. Manchmal ist auch der Darm verletzt oder es entstehen Engstellen. Deshalb ist nach der Geburt schnelles Handeln wichtig. Das Kind wird sorgfältig versorgt, um Wärmeverlust und Infektionen zu vermeiden. Oft wird eine Operation innerhalb der ersten 24 Stunden durchgeführt.
Wie wird eine Omphalozele bei uns behandelt?
In unserer kinderchirurgischen Klinik beginnt die Versorgung direkt nach der Geburt. Die herausgetretenen Organe werden vorsichtig mit warmen, feuchten und sterilen Tüchern abgedeckt und zusätzlich durch einen Kunststoffbeutel geschützt. Das Kind erhält über eine Magensonde keine Nahrung, sondern Flüssigkeit und eventuell Medikamente über eine Infusion. So stabilisieren wir den Kreislauf und verhindern eine Infektion.
Die Operation erfolgt in der Regel innerhalb des ersten Lebenstages. Wenn möglich, wird der Bauch in einer einzigen Operation geschlossen. Bei größeren Defekten erfolgt die Rückverlagerung der Organe schrittweise, mithilfe spezieller Kunststoffbeutel oder Kunststoffpflaster. Unser Team achtet dabei besonders auf eine gute Atmung und Durchblutung.
Ihr nächster Schritt
Eine Omphalozele ist eine ernsthafte, aber behandelbare Erkrankung. Wenn bei Ihrem Kind diese Diagnose gestellt wurde, sind Sie bei unserem kinderchirurgischen Team in guten Händen. Die Prognose hängt stark von der Größe des Bruchs und möglichen Begleiterkrankungen ab. Wichtig ist eine frühe Diagnose, gute Vorbereitung auf die Geburt und eine sorgfältige Nachsorge.