Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie & -urologie

Vesikoureteraler Reflux (VUR) bei Kindern

Der vesikoureterale Reflux (kurz: VUR) ist eine angeborene oder erworbene Störung der Harnwege, bei der Urin aus der Blase zurück in die Harnleiter oder sogar bis in die Nieren fließt. Diese Erkrankung ist eine der häufigsten Ursachen für Harnwegsinfektionen (HWI) bei Kindern. Früh erkannt und behandelt, lässt sich eine dauerhafte Schädigung der Nieren vermeiden.

Wie entsteht VUR?

Normalerweise fließt Urin von den Nieren über die Harnleiter in die Blase und wird dort gesammelt. Beim VUR funktioniert das "Ventil" am Übergang zwischen Harnleiter und Blase nicht richtig. Dadurch kann Urin zurück in die Harnleiter und Nieren fließen. Diese Rückflussbewegung kann zu Infektionen und langfristigen Nierenschäden führen.

Wer ist betroffen?

Etwa 1 bis 2 von 100 Kindern haben einen vesikoureteralen Reflux. Besonders häufig tritt VUR bei Kindern auf, die bereits eine Harnwegsinfektion hatten. Auch Geschwister oder Kinder von Eltern mit VUR haben ein erhöhtes Risiko. Jungen erkranken in den ersten Lebensmonaten häufiger, mädchen dagegen insgesamt etwas öfter.

Wie wird VUR festgestellt?

Die wichtigste Untersuchung ist eine sogenannte Miktionszysturethrographie (VCUG). Dabei wird mit einem Röntgenverfahren geprüft, ob Urin aus der Blase zurückfließt. Ergänzend kann ein Ultraschall der Nieren und Blase sowie eine spezielle Szintigrafie (DMSA) durchgeführt werden, um Schäden an den Nieren zu erkennen.

Welche Behandlung gibt es?

Nicht jeder VUR muss sofort operiert werden. Leichte Fälle können sich im Laufe der Zeit von selbst zurückbilden. In diesen Fällen wird häufig eine vorbeugende Behandlung mit Antibiotika empfohlen, um Infektionen zu vermeiden. Wenn der Reflux stark ausgeprägt ist oder es trotz Behandlung zu weiteren Infektionen kommt, können chirurgische Verfahren wie eine endoskopische Injektion oder eine Harnleiterverlagerung notwendig sein.

Pfeil nach unten

Ihr nächster Schritt

Wenn Ihr Kind wiederholt an Harnwegsinfektionen leidet oder bei einem Geschwisterkind VUR bekannt ist, sollten Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt über eine Abklärung sprechen. Die Kinderchirurgie kann Sie dabei unterstützen, die richtige Behandlung zu finden und dauerhafte Nierenschäden zu vermeiden.