Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie & -urologie

Kielbrust bei Kindern – wenn das Brustbein „hervorsteht“.

Die Kielbrust (medizinisch: Pectus carinatum oder auch „Hühnerbrust“) ist eine seltene Fehlbildung des Brustkorbs. Dabei wölbt sich das Brustbein nach außen. Die Veränderung ist meist harmlos, kann aber das Selbstbewusstsein der betroffenen Kinder und Jugendlichen stark belasten.

Was ist eine Kielbrust?

Bei einer Kielbrust wächst das Brustbein nach vorn, statt wie üblich flach mit der Brustwand zu verlaufen. Diese Vorwölbung entsteht meist erst in der Pubertät, wenn sich der Brustkorb stark verändert. Die Ursache ist nicht genau bekannt, eine familiäre Veranlagung scheint aber möglich. Jungen sind deutlich häufiger betroffen als Mädchen.

Welche Beschwerden können auftreten?

Anders als bei der Trichterbrust sind durch die Kielbrust keine funktionellen Störungen von Herz oder Lunge zu erwarten. Viele Kinder fühlen sich körperlich völlig gesund. Dennoch kann die auffällige Brustform im Jugendalter psychisch sehr belastend sein – insbesondere, wenn der Körper beginnt, sich zu verändern. Einige Betroffene schämen sich, vermeiden das Umziehen im Sportunterricht oder gehen ungern schwimmen.

Wann ist eine Behandlung nötig?

Eine Behandlung wird meist aus kosmetischen Gründen gewünscht – sie kann aber eine große Erleichterung für das seelische Wohlbefinden bringen. Grundsätzlich ist es sinnvoll, mit einer Operation oder intensiven Therapie zu warten, bis das Wachstum weitgehend abgeschlossen ist. In manchen Fällen kann aber auch vorher schon eine konservative Behandlung hilfreich sein.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

 

1. Konservative Therapie mit einer Brustorthese (Brace)

Durch individuell angepasste Druckorthesen kann die Vorwölbung langsam zurückgedrängt werden – ähnlich wie eine Zahnspange für den Brustkorb. Voraussetzung ist, dass das Kind mitarbeitet und die Orthese über viele Monate regelmäßig trägt. Die besten Erfolge erzielt man, wenn die Behandlung früh – also schon in der Wachstumsphase – beginnt.

2. Operative Korrektur

Wenn die Kielbrust sehr ausgeprägt ist oder nicht auf eine Orthese anspricht, kann eine Operation helfen. Dabei wird der Brustkorb in seiner Form korrigiert und mit kleinen Metallplatten stabilisiert. Der Eingriff ähnelt der offenen Operation bei Trichterbrust und ist heute gut etabliert. In manchen Fällen kann eine Rotation oder Verformung des Brustbeins zusätzlich begradigt werden. Die Metallteile werden später in einem kleinen Folgeeingriff wieder entfernt.

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Ihr nächster Schritt:

Wenn Sie bei Ihrem Kind eine auffällige Vorwölbung des Brustbeins bemerken oder sich Ihr Kind durch sein Aussehen belastet fühlt, sprechen Sie mit einer spezialisierten Kinderchirurgie. Gemeinsam klären wir, ob eine Behandlung notwendig ist – und welche Methode am besten passt. Unser Ziel ist nicht nur ein gutes äußeres Ergebnis, sondern vor allem ein gestärktes Selbstwertgefühl für Ihr Kind.