Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie & -urologie

Meckel-Divertikel bei Kindern

Das Meckel-Divertikel ist eine kleine Ausstülpung im Dünndarm, die bereits vor der Geburt entsteht. Es gehört zu den häufigsten angeborenen Veränderungen des Darms. In den meisten Fällen verursacht es keine Beschwerden und bleibt unentdeckt. Manchmal kann es aber zu ernsthaften Komplikationen führen, die eine Operation notwendig machen.

Was ist ein Meckel-Divertikel?

Ein Meckel-Divertikel ist ein kleiner, sackförmiger Fortsatz am Ende des Dünndarms. Er entsteht, wenn sich ein Verbindungsgang zwischen Darm und Bauchnabel, der in der Embryonalzeit existiert, nicht vollständig zurückbildet. Diese Veränderung kommt bei etwa 1 bis 2 von 100 Kindern vor – meistens ohne Symptome.

Welche Beschwerden kann ein Meckel-Divertikel verursachen?

Die meisten Kinder mit einem Meckel-Divertikel haben keine Beschwerden. Wird das Divertikel aber auffällig, liegt oft eine Komplikation vor. Mögliche Probleme sind:

  • Blut im Stuhl: Oft schwarz und teerartig, manchmal auch mit frischem Blut
  • Bauchschmerzen: Besonders im rechten Unterbauch, ähnlich wie bei einer Blinddarmentzündung
  • Darmverschluss oder Invagination: Dabei schiebt sich ein Teil des Darms in einen anderen und kann abgeschnürt werden

Komplikationen treten nur bei etwa 4 bis 10 von 100 Betroffenen auf.

Wie wird ein Meckel-Divertikel festgestellt?

Die Diagnose ist oft schwierig, weil die Beschwerden unspezifisch sind. Meistens wird zunächst nach anderen Ursachen gesucht, zum Beispiel einer Blinddarmentzündung oder Darmentzündung. In manchen Fällen hilft eine spezielle Szintigrafie-Untersuchung, das Divertikel nachzuweisen. Oft wird es aber erst bei einer Operation entdeckt – zum Beispiel bei einem Eingriff wegen Bauchschmerzen.

Behandlung: Wann ist eine Operation nötig?

Wenn das Meckel-Divertikel Beschwerden verursacht – etwa durch Blutung, Entzündung oder Darmverschluss – ist eine Operation notwendig. Dabei wird das Divertikel entfernt. Die Operation kann offen oder per Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt werden. Wurde das Divertikel zufällig entdeckt, entscheiden die Ärztinnen und Ärzte je nach Situation, ob eine Entfernung sinnvoll ist.

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Ihr nächster Schritt:

Wenn Ihr Kind plötzlich blutigen Stuhl hat oder starke Bauchschmerzen bekommt, suchen Sie bitte umgehend ärztliche Hilfe. Ein Meckel-Divertikel ist zwar selten gefährlich, aber mögliche Komplikationen sollten früh erkannt und behandelt werden. Die Kinderchirurgie ist auf solche Eingriffe spezialisiert und kann die bestmögliche Behandlung bieten.