Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie & -urologie
Neurogene Blasen- und Sphinkterdysfunktion bei Kindern
Manche Kinder haben Schwierigkeiten, ihre Blase und den Darm richtig zu entleeren. Eine der Hauptursachen ist eine angeborene Fehlbildung von Rückenmark und Wirbelsäule, z. B. bei Spina bifida (Myelodysplasie). Solche Störungen nennt man "neurogen", weil sie durch Probleme im Nervensystem entstehen. Ohne frühzeitige Behandlung kann es zu Infektionen, Nierenschäden oder Inkontinenz kommen.
Ursachen (Warum tritt das auf?)
Die häufigste Ursache ist Spina bifida, eine Störung bei der Entwicklung des Rückenmarks in der Schwangerschaft. Auch andere angeborene oder erworbene Ursachen wie Unfälle, Tumore oder Operationen können zu einer gestörten Blasenfunktion führen. Folsäure vor und während der Schwangerschaft kann das Risiko für Spina bifida senken.
Wie zeigt sich das? (Symptome)
Viele Kinder verlieren unkontrolliert Urin oder Stuhl, haben Probleme beim Wasserlassen oder leiden an Verstopfung. Oft treten Harnwegsinfekte auf. Manche Kinder zeigen anfangs keine Symptome, die Beschwerden entwickeln sich aber im Laufe der ersten Lebensjahre.
Diagnostik (Wie wird das untersucht?)
Bereits in den ersten Lebensmonaten sollte die Funktion der Blase überprüft werden, zum Beispiel durch eine Ultraschalluntersuchung oder eine sogenannte Urodynamik. Bei Spina bifida wird empfohlen, die erste Untersuchung noch vor der Entlassung aus dem Krankenhaus durchzuführen.
Behandlung (Was kann man tun?)
Ziel ist es, die Nieren zu schützen, Infektionen zu vermeiden und Kontinenz zu erreichen. Häufig wird das Wasserlassen durch einen Katheter unterstützt (intermittierender Katheterismus). Medikamente helfen, den Druck in der Blase zu senken. Ist das nicht ausreichend, kommen Operationen infrage. Auch eine geregelte Darmentleerung ist wichtig.
Ihr nächster Schritt:
Wenn Ihr Kind betroffen ist oder bei einer angeborenen Fehlbildung ein Risiko besteht, lassen Sie sich frühzeitig in einer kinderurologischen oder kinderchirurgischen Spezialsprechstunde beraten. Eine frühzeitige und gut abgestimmte Behandlung kann schwerwiegende Komplikationen vermeiden und die Lebensqualität Ihres Kindes deutlich verbessern.