Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie & -urologie
Ösophagusatresie beim Neugeborenen
Die Ösophagusatresie ist eine angeborene Fehlbildung der Speiseröhre und betrifft etwa 1 von 3.000 Neugeborenen. Dabei ist die Speiseröhre nicht durchgängig – das bedeutet: Nahrung kann nicht vom Mund in den Magen gelangen. Meist liegt zusätzlich eine Verbindung (Fistel) zur Luftröhre vor. Diese Fehlbildung muss operativ behandelt werden. Mit moderner Kinderchirurgie sind die Heilungschancen sehr gut.
Was ist eine Ösophagusatresie?
Bei einer Ösophagusatresie endet die Speiseröhre in zwei sogenannten „Blindsäcken“ – sie ist also unterbrochen. In etwa 85 % der Fälle besteht zusätzlich eine Verbindung zwischen dem unteren Teil der Speiseröhre und der Luftröhre. Diese Verbindung kann dazu führen, dass Luft in den Magen gelangt oder Speichel und Nahrung in die Lunge übertreten.
Wie wird die Erkrankung erkannt?
Schon in der Schwangerschaft kann ein erfahrener Frauenarzt oder eine Pränataldiagnostikerin im Ultraschall Hinweise finden, z. B. zu viel Fruchtwasser (Polyhydramnion) oder ein nicht sichtbarer Magen. Nach der Geburt zeigt das Baby typische Symptome: Es kann Speichel nicht schlucken, hustet oder bekommt Atemnot beim ersten Trinken. Eine dünne Magensonde lässt sich nicht weit vorschieben – das ist ein wichtiger Hinweis. Eine Röntgenaufnahme mit Sonde zeigt die Unterbrechung der Speiseröhre und kann Hinweise auf eine Verbindung zur Luftröhre geben.
Wie wird eine Ösophagusatresie behandelt?
Die Behandlung erfolgt in einer spezialisierten kinderchirurgischen Klinik. Zunächst wird der Speichel über eine Sonde abgesaugt, um eine Lungenentzündung zu vermeiden. Das Baby bekommt Flüssigkeit über eine Infusion. Je nach Gesundheitszustand wird die Operation entweder am ersten Lebenstag oder nach einigen Tagen durchgeführt. Dabei werden die Enden der Speiseröhre miteinander verbunden und eine mögliche Fistel zur Luftröhre verschlossen. In seltenen Fällen ist vorerst nur eine Entlastung des Magens durch eine Magensonde notwendig.
Wie geht es nach der Operation weiter?
Nach dem Eingriff wird das Baby engmaschig überwacht. Die Ernährung erfolgt zunächst über die Vene, später über eine Sonde. Erst wenn die Naht in der Speiseröhre gut verheilt ist, beginnt man mit dem Trinken. Manche Kinder brauchen im weiteren Verlauf Dehnungsbehandlungen (Bougierungen), wenn sich die Nahtstelle verengt. Auch Schluckstörungen oder eine instabile Luftröhre können auftreten – beides kann gut behandelt werden.
Ihr nächster Schritt:
Wenn bei Ihrem Kind eine Ösophagusatresie festgestellt wurde, brauchen Sie schnelle Hilfe durch ein erfahrenes kinderchirurgisches Team. Wir begleiten Sie und Ihr Kind einfühlsam durch Diagnostik, Operation und Nachsorge – für einen bestmöglichen Start ins Leben.