23. Juli 2025

Bestmögliche Tumortherapien – garantiert

Die Urologie am Uniklinikum hat gleich drei Zertifikate der Deutschen Krebsgesellschaft.

Das steht für Krebsbehandlungen auf höchstem Niveau: Das Prostatakrebszentrum, das Nierenkrebszentrum und das Uroonkologische Zentrum des Universitätsklinikums Brandenburg an der Havel tragen das Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). Dieses Gütesiegel gibt Patienten die Sicherheit, dass sie mit ihrer Tumorerkrankung in diesen Zentren nach neuesten Erkenntnissen und entsprechenden Leitlinien therapiert werden. Ihr Fall wird in einer interdisziplinären Tumorkonferenz von Experten der verschiedenen Fachbereiche diskutiert. Gemeinsam definieren sie die Behandlung, die den größten Erfolg verspricht. Sollte eine Operation nötig sein, ist gesichert, dass der Operateur über reichlich Erfahrung verfügt. „Die DKG-Zertifizierung des Prostatakrebszentrums besagt, dass wir pro Jahr mindestens 100 neue Patienten mit einem Tumor an der Prostata behandeln und dass wir die Erfahrung von mindestens 50 Operationen in diesem Bereich haben“, erklärt Univ.-Prof. Dr. med. Hendrik Borgmann, der Klinikdirektor der Urologie.

Das Dreierzertifikat kann nach Angaben von Prof. Dr. Hendrik Borgmann gerade mal ein Viertel der Urologischen Kliniken in Deutschland vorweisen. Es ist der Beleg für Behandlungsqualität bei insgesamt fünf verschiedenen Krebserkrankungen. Es geht um Tumoren der Prostata, der Harnblase, der Niere, des Hodens und des Penis. „Damit behandeln wird rund 30 Prozent aller Krebserkrankungen bei Männern und zehn Prozent der Krebserkrankungen bei Frauen“, so der Chefurologe Prof. Dr. Hendrik Borgmann. Er verweist auf Ergebnisse der Versorgungsforschung in Deutschland, wonach die Sterblichkeit bei Krebspatienten sinkt, wenn sie sich in einem DKG-zertifizierten Zentrum behandeln lassen.

Die Zentren des Uniklinikums pflegen ihre Daten zu Krebserkrankungen, Therapieerfolgen oder auch Rückfällen ins Landeskrebsregister Brandenburg-Berlin ein. Gerade in der Uroonkologie wird zudem dokumentiert, wie sich Therapien und eventuelle operative Eingriffe auf die Kontinenz und die Potenz von Patienten auswirken. All diese Erkenntnisse helfen dabei, die Behandlungen immer weiter zu verbessern.

Am Uniklinikum steht den Experten für die Diagnose und die Therapie modernste Technik zur Verfügung. So zum Beispiel ein Mikro-Ultraschallgerät, das mit hochenergetischen Schallwellen arbeitet. Bei herkömmlichen Ultraschallsonden liegt die Frequenz zwischen fünf und neun Megahertz. Beim Mikro-Ultraschall sind es sage und schreibe 29 Megahertz (MHz). „Dadurch hat das Gerät eine extrem hohe Feinauflösung“, erläutert Prof. Dr. Hendrik Borgmann. Prostatagewebe und mögliche Gewebeveränderungen werden in solch guter Qualität dargestellt, wie sie sonst nur MRT-Aufnahmen liefern. Seit drei Jahren ist der Mikro-Ultraschall in der Urologie des Uniklinikums im Einsatz. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen sind in eine weltweite Zulassungsstudie eingeflossen, betont der Chefurologe. Die Ergebnisse dieser OPTIMUM-Studie wurden im April dieses Jahres auf dem Kongress der Europäischen Urologenvereinigung in Madrid vorgestellt. Stolz vermeldete Prof. Dr. Hendrik Borgmann: „Unsere Studie zeigt: Die Mikro-Ultraschall-Stanzbiopsie ist der MRT-Fusionsbiopsie ebenbürtig – sogar um 3,5 Prozent besser.“

Bei der Stanzbiopsie wird die Nadel zur Probenentnahme mithilfe von Mikro-Ultraschall an die richtige Stelle manövriert. Bei einer MRT-Fusionsbiopsie werden Daten der MRT-Aufnahmen ins Ultraschall-Gerät eingespeist – sie „fusionieren“, um eine genaue Biopsie vornehmen zu können. Der Nachweis der hohen Bildgebungsqualitäten des Mikro-Ultraschalls bei Prostataerkrankungen ist auch deswegen so wichtig, weil die Krankenkassen nicht immer die Kosten eines MRT-Checks übernehmen. Den Ultraschall-Check dagegen schon.

Seit etwa zwei Jahren nutzt das Team von Prof. Dr. Hendrik Borgmann für Operationen ein roboter-assistiertes Chirurgiesystem namens Da Vinci. Mit Da Vinci gelingen extrem präzise und kleinere Schnitte. Der menschliche Operateur steuert den Roboter von einer Konsole aus. Dabei kann er die große Beweglichkeit der Roboterarme nutzen. Etwa 90 Prozent aller Eingriffe wegen einer Prostata-Krebserkrankung erledigt das Team um den Chefurologen mithilfe von Da Vinci.

Zum Behandlungsteam der drei zertifizierten Krebszentren zählen neben Urologen und Onkologen auch Pathologen, Radiologen, Experten für Strahlentherapie und natürlich Anästhesisten, Pflegekräfte und Therapeuten. Die Nachsorge der Patienten, zum Beispiel nach einer Operation, erfolgt in Abstimmung mit der Onkologischen Schwerpunktpraxis Brandenburg, die auf dem Klinikgelände ansässig ist. Für die Patienten ist also eine Rundumversorgung mit hohen Qualitätsstandards gesichert.


Klinik für Urologie und Kinderurologie
Klinikdirektor
Univ.-Prof. Dr. med. Hendrik Borgmann

Uroonkologische Sprechstunde
Dienstag 11 bis 15 Uhr
Donnerstag 9 bis 15 Uhr

Terminvereinbarung
(03381) 411874
termin.urologie@uk-brandenburg.de

Zurück