11. Juni 2024

Eine Tradition lebt wieder auf

Am letzten Mittwoch des Monats gibt es Kreißsaalführungen

„Kreißsaalführung & Alles zur Geburt“ – mit diesem Format ist Aileen Jagdhuhn, Oberärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, seit ihrem Dienstantritt vor sieben Jahren vertraut. „Mittwochs ist Infotag“, sagt sie. „Immer am letzten Mittwoch des Monats bieten wir die Kreißsaalführung an.“ Wegen der Corona-Pandemie musste die gut besuchte Veranstaltungsreihe länger pausieren. Jetzt wird der Rhythmus wieder aufgenommen. Zur ersten Nach-Corona-Führung kamen schon wieder 45 Paare. Meist haben die künftigen Väter, manchmal auch Freundinnen die werdenden Mütter begleitet.

Nach einer kurzen Ansprache von Aileen Jagdhuhn und auch der Chefärztin der Klinik, Prof. Dr. med. Svetlana Tchaikovski, geht es los. „Wir teilen unsere Gäste in Gruppen, je nachdem, wie viele gekommen sind. Die erste geht in einen unserer vier Kreißsäle“, erklärt die Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Die andere Gruppe besucht die Wochenbettstation. Später wird dann gewechselt.

Schnell gibt es die ersten Fragen. Zum Beispiel zur Geburtsanmeldung. „Das sollten die Frauen ab der 32. Schwangerschaftswoche erledigen“, empfiehlt Aileen Jagdhuhn, „das geht hier bei uns auf Station aber auch online. Und was ist mit Wassergeburten? Sind die möglich? Ja. Letztlich entscheide sich aber kaum jemand dafür, sagt die junge Ärztin. In diesem Jahr gab es bisher zwei Wassergeburten.

Oft werden Fragen nach der Spontangebärfähigkeit bei Beckenendlagen oder nach Kaiserschnitten und Zwillingsgeburten gestellt. „In diesen Fällen ist ebenfalls eine Spontangeburt möglich“, beruhigt Aileen Jagdhuhn die jungen Frauen. Welche Schmerzbehandlungen gibt es? „Wir bieten Aromatherapien, Homöopathie, Akupunktur und ja, wir tapen sogar manchmal. Darüber hinaus bieten wir auch Schmerzmittel an“, so die Fachärztin. Und dann sei da immer noch die sehr wirksame PDA, die Periduralanästhesie, die bei der Anwendung vor einer Geburt die Frauen keine oder kaum noch Schmerzen im Unterleib verspüren lasse. Oder Lachgas. „Lachgas?“ Ja. „Die Frauen kommen ein bisschen runter, sie merken, dass sie Schmerzen haben, nehmen sie aber nicht mehr als solche wahr.“

Mindestens ein Zimmer können sich die Frauen ansehen. Immer ein Thema sei das 24-Stunden-Rooming-in. Das bedeutet, dass Mutter und Kind im selben Zimmer sind. „Das begrüßen wir sehr und unterstützen es nach Kräften“, sagt Aileen Jagdhuhn.

Nach der Tour und vielen Fragen gehen die künftigen Eltern in der Regel beruhigt und mit dem Gefühl nach Hause, während der Entbindung in guten Händen zu sein. „Was sie erwartet, wissen sie vielleicht noch nicht ganz genau. Aber wo es sie erwartet, können sie nach unseren Führungen bestens beschreiben“, so Aileen Jagdhuhn. Treffpunkt für die Kreißsaalführungen ist am letzten Mittwoch im Monat jeweils um 17:30 Uhr im Aufenthaltsraum der Station 2.2. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

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