08. April 2026

Hauptsache, es schmeckt

Fünf Pflegekräfte des Uniklinikums engagieren sich im Ehrenamt.

Sie sind ein eingeschworenes Team. Vier Krankenschwestern und ein Krankenpfleger. Alle im Uniklinikum tätig. Und alle im Kreisverband Brandenburg an der Havel des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aktiv. Hier helfen sie ehrenamtlich. Sie bringen es auf etwa 20 Einsätze im Jahr, die ihnen alles abverlangen. Und nein – es geht dabei nicht um den Sanitätsdienst. Das Team gehört zum Versorgungstrupp des DRK Kreisverbandes.

„Pflaster klebe ich schon auf Arbeit“, sagt Josefine Rabbach lachend. Da darf es im Ehrenamt gern etwas anderes sein. Also kochen, braten, brutzeln für 50, für 100, für 250 Leute. Schwester Josi freut sich, „wenn’s allen schmeckt“. Was den Anstoß fürs ehrenamtliche Kochen gab? „Uns hat bei einigen Veranstaltungen gestört, dass die Verpflegung nicht so gut war“, erklärt Norman Steeger. Der Fachkrankpfleger arbeitet wie die Fachkrankenpflegerin Josi auf der Intensivstation ITS1 im Uniklinikum. Beim DRK leitet Josefine Rabbach den Verpflegungstrupp. Zehn Ehrenamtler gehören dazu. Fünf davon sind Kollegen im Uniklinikum.

Jacqueline Beyer von der Station 3.2D der Orthopädie und Unfallchirurgie, Romy Steeger (Anästhesie) und Anne Albrecht (ITS1) komplettieren das Team. „Wir sind eine ganz große Familie“, erzählt Josefine Rabbach. Eine Familie, die regelmäßig zum Havelfest gerufen wird oder zu Landeswettkämpfen vom Jugendrotkreuz JRK, zu Übungen der Bundeswehr oder zu einem Kita-Fest. Immer warten viele Menschen auf leckeres Essen.

Frühstück – „mit Pancakes oder auch mit Speck und Würstchen“, wie Jacqueline Beyer erklärt. Dann Mittag – von Currywurst bis Risotto. Kuchenangebot, für das Jacqueline Beyer „immer was Neues“ raussucht, und auch Abendbrot. Alles ist drin. Glutenfrei, vegetarisch, vegan. Alles ist möglich. Bei großen Festen werden mindestens zwei verschiedene Essen angeboten. Josefine Rabbach kann sich noch gut erinnern, wie das Team zu einem Havelfest in Brandenburg 250 Wraps gerollt hat. Eine Wahnsinnsarbeit. Aber bei den Gästen kamen die Wraps super an.

Vor jedem großen Einsatz heißt es: groß einkaufen. Da haben die fünf schon eine gute Routine entwickelt, damit auch ja nichts vergessen wird. Die größte Panne bisher war, dass für ein Pastagericht der Käse ausgegangen ist. „Und ohne Käse kann man keine Nudeln essen“, meint Jacqueline Beyer schmunzelnd. Die Versorgungslücke ließ sich mit einem schnellen Einkauf schließen.

Wenn es sein muss, zaubert der Versorgungstrupp binnen einer Stunde ein warmes Essen für 50 bis 80 Hungrige auf den Tisch. Was beim Kochen in jedem Fall hilft, ist laute Musik in der Küche. Damit läuft alles gleich viel besser. Die ehrenamtlichen Küchenmeister kennen sich schon seit mehreren Jahren. Immer mal wieder kommen neue Ehrenamtler dazu, aber der feste Kern bleibt. Man trifft sich auch privat. Das Engagement im DRK Kreisverband ist in den Runden häufiges Gesprächsthema. Und irgendwie sorgen die gemeinsamen Erlebnisse, der Zusammenhalt und die Freundschaften dafür, dass neue DRK-Mitglieder aus dem engsten Umfeld hinzukommen.

Norman Steeger, der schon im Jugendrotkreuz angefangen hat und mittlerweile seit 30 Jahren DRK-Mitglied ist, hat zum Beispiel seine Frau fürs Ehrenamt beim DRK gewonnen. Und der Sohn von Josefine Rabbach ist beim JRK eingestiegen. Das Team vom Versorgungstrupp schätzt die Gemeinschaft des Ehrenamts und will die Freude, dass das Essen so vielen Menschen schmeckt, nicht mehr missen. Auch wenn die Einsatzplanung wegen Schicht- und Wochenenddiensten nicht immer einfach ist. „Wenn ein Auftrag vom Kreisverband kommt, fragen wir in unserer Gruppe nach, wer zu der Zeit kann“, erklärt Josefine Rabbach.

Die Teammitglieder wissen, dass sie bei größeren Einsätzen „die Ersten und die Letzten sind“, so Jacqueline Beyer. Es fängt mit der Vorbereitung an und hört erst mit dem gründlichen Saubermachen auf. Sie freuen sich schon auf den nächsten Auftrag und aufs nächste Menü. Egal, was es wird – eine Bitte hat Jacqueline Beyer. „Bitte nicht wieder 250 Wraps rollen“, sagt sie lachend.

Wer mehr über das DRK und die Arbeit des DRK Kreisverbandes Brandenburg an der Havel erfahren möchte, kann sich unter www.drk-brandenburg-havel.de informieren.

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